Es ist zum davonlaufen, manchmal scheint gelassen bleiben mit Kindern keine Option zu sein.

Tanja hat noch allerlei im Haushalt zu tun, weil sie den ganzen Morgen von ihren Kindern beansprucht wurde. Die Nacht war auch nicht besonders toll, denn die kleine Tochter Anna ist schon wieder erkältet. Nun endlich ist die Kleine für den Mittagsschlaf weggedämmert und der grosser Bruder Max spielt mit Bauklötzen. Super. Los gehts – Abwasch, Wäsche machen, kurz durchwischen, Brot backen fürs Abendessen – Tanja ist guter Dinge.

Kaum nimmt sie den ersten Teller in die Hand hört sie Anna schreien und dann Max rufen: “Ich hab nichts gemacht!” Tanja läuft ins Wohnzimmer, wo die Kleine schreit und einige der Bauklötze neben ihr im Bettchen liegen.

Bestimmt kennen alle Eltern Situationen, wo es einfach nicht mehr geht

Was würdest du in Tanjas Situation machen?

Möchtest du auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können?

Diese 3 einfachen Schritte werden dir dabei helfen

Nicht gelassen bleiben

Tanja packt sich die kleine, weinende Anna und dockt sie an die Brust an. Gleichzeitig schimpft sie mit Max, warum er sie geweckt hat, was ihm denn eigentlich einfalle. Er weint, wirft seine Bauklötze wütend in eine Ecke und geht nach Draussen.

Etwas später tut es Tanja schon leid. Was ist denn eigentlich passiert? Sie war ja noch nicht mal im Raum und hat eigentlich keine Ahnung, was Max gemacht hat.

Sie entschuldigt sich bei Max, dass sie sich im Ton vergriffen hat und bittet ihn darum zu erzählen, was denn los war.

Gelassen bleiben mit deinen Kindern

Gelassen bleiben mit Kindern

Vielleicht hat Tanja aber auch Taktiken gelernt, um ruhig zu bleiben und es gelingt ihr von Anfang an ruhig mit Max zu sprechen.

Dass laut werden und schimpfen nichts bringt ist heute wohl den meisten Eltern klar. Doch trotzdem mag es einfach nicht immer gelingen.

Das ist völlig ok. Im ersten Beispiel, wo es Tanja nicht gelingt ruhig zu bleiben, lernt Max wie man sich entschuldigen kann. Er lernt auch, dass Eltern Fehler machen und das in Ordnung ist. Das ist eine wichtige Lektion und “perfekte” Eltern, die immer ruhig bleiben (gibt es die?) würden ihren Kindern diese Lektion vorenthalten. Ihre Kinder hätten vielleicht sogar das Gefühl, dass man keine Fehler machen darf.

Öfter gelassen bleiben mit Kindern – die Tipps

Für die Beziehung zu den Kindern und für das eigene Wohlbefinden ist es trotzdem angenehmer, wenn es gelingt öfter gelassen zu bleiben mit den Kindern. 

Ich habe dir hier darum einige der besten Tipps zusammengetragen, die dir dabei helfen werden.

Die meisten Tipps funktionieren nur ab und zu mal. Zu häufig gebraucht verlieren viele davon von ihrer Wirksamkeit. Auch funktioniert nicht alles mit allen Kindern, dafür funktioniert auch einiges davon mit Erwachsenen.

1. Kreative Ablenkungsmanöver

Statt zu sagen: “Hör auf Steine ins Haus zu werfen.”, versuche es mit: “Triffst du mit deinen Steinen auch in diesen Eimer?” Kinder tun sich schwer damit, wenn sie einfach ein “Nein” hören, sie wissen nicht was sie stattdessen tun sollen und können sich dann sehr ärgern. Einfacher machst du es dir als Elternteil, wenn du statt “Nein” eine kreative (oder auch völlig plumpe) Alternative anbietest.

2. Wettstreit

Wettlauf gegen Kind

Statt dein Kind anzutreiben (ich glaube je mehr wir sie antreiben, desto langsamer werden sie), fordere es zu einem Wettstreit an. Zum Beispiel: “Wetten ich habe meine Jacke schneller an als du.”

3. Ich kanns auch nicht besser

Statt zu kritisieren, erzähle eine Anekdote. Dir ist bestimmt auch schon mal ein ähnliches Missgeschick passiert oder du kennst jemanden, dem das passiert ist? Dann erzähle davon, statt dein Kind zu kritisieren. Wenn sein Glas Wasser ausgekippt ist und der komplette Tisch unter Wasser gesetzt ist, kannst du sagen: “Oh ja, einmal da ist mir ein Glas mit Holundersirup vom Couchtisch gefallen…..”

4. Was würde denn dein Kind machen?

Statt zu denken, du müsstest für alles eine Lösung haben, frage dein Kind danach. Versuche mal dein Kind mit einzubeziehen. Frage es, was es in deiner Situation tun würde und sei offen für die Antwort. Auch wenn ihr dabei seid euch für einen Ausflug bereit zu machen und dein Kind total abgelenkt ist, kann diese Taktik funktionieren. Frage dazu dein Kind, was alles noch gemacht werden muss, bevor ihr losfahren könnt.

5. Es funktioniert sowieso nicht so, wie du es dir vorgenommen hast

Statt dich darüber zu ärgern, dass es anders läuft, als du es möchtest, nimm es an und “go with the flow”. Es bringt nichts, dich darüber zu ärgern, wenn deine Pläne über den Haufen geworfen wurden. Ändern wird das an der Situation nichts. Jedoch wird es entspannter werden, wenn du dich der Situation hingibst und von hier aus weiter schaust.

6. Übertreibe schamlos

Statt zu sagen ”Verschütte nicht dein Wasser!”, sage “Hol doch schon mal dein Schwimmzeug, hier steht ja alles unter Wasser.” Das funktioniert bei ganz kleinen Kindern jedoch noch nicht oder bewirkt sogar das Gegenteil und dein Kind will noch mehr Wasser verschütten.

7. “Kinder kann man nicht erziehen, sie schauen dir sowieso alles ab.”

Statt das Gefühl zu haben, du müsstest dein Kind erziehen, versuche vorzuleben, was du in deinem Kind gerne sehen möchtest. Bist du genervt, versuch es mit einem Satz wie: “Du hast wahrscheinlich auch gemerkt, dass ich gerade ziemlich genervt war. Das ist auch ok und das dürfen wir auch sein. Doch ich hätte trotzdem nicht laut werden sollen, das tut mir leid.”

Mama nicht die Nerven - zum im Text einfügen

8. Werde zum Dichter

Statt dich zu ärgern, singe oder dichte. Wenn die Situation angespannt ist und du oder dein Kind wütend sind. Versuche die Situation in ein Lied zu verpacken oder erfinde ein Gedicht dazu. Dein Kind kann mithelfen beim Reimen und schon ist es wieder ruhiger

9. Gemeinsam bewegen

Statt rot anzulaufen, den Ärger durch Bewegung rauslassen. Wenn du merkst, dass die Situation angespannt wird, dann beginne dich mit deinem Kind zusammen zu schütteln oder macht Hampelmänner. Wenn ihr euch bei der Aktivität berührt, dann wirkt es noch besser. Denn Bewegung baut Stresshormone ab und Kuscheln auch.

10. Wie möchtest du dich fühlen?

Statt in einer herausfordernden Situation zu explodieren, überlegst du dir im voraus, wie du dich in einer solchen Situation fühlen möchtest.

11. Bild in deinem Kopf

Statt einer Bombe, sei ein starker Baum. Unser Kopf ist sehr kreativ und arbeitet gerne mit Bildern. Wenn du weisst, wie du dich in einer bestimmten Situation fühlen möchtest, dann stelle dir ein Bild dazu vor. Du könntest beispielsweise ein starker Baum sein, wenn dein Kind einen Wutanfall hat. Dir fallen bestimmt schöne Bilder dazu ein.

12. Flüstern

Flüstern

Statt laut zu werden, werde leise.

13. Eierwecker

Statt immer wieder zu nerven, lass den Wecker die Kinder motivieren. Stelle eine Eieruhr auf 10 oder 15 Minuten. So können die Kinder mitverfolgen, wie die Zeit runterläuft (Kinder haben noch kein gutes Zeitgefühl) und der Wecker ist “Schuld”, wenn das Spiel vorbei ist, nicht die Mama.

14. Streiche “sofort” aus deinem Vokabular

Statt sofort Stress, vorbereitet in Kommunikation bleiben. Sofort ist für Kinder schwierig. Versuche sie vorher schon mit einzubeziehen und nie plötzlich etwas erwarten. Kinder aus ihrem Spiel zu reissen ist für sie unangenehm, was es auch für dich unangenehm macht. Und oft ist es auch gar nicht wichtig, dass etwas sofort geschieht.

15. Ehrlichkeit

Statt alles irgendwie in ein gutes Licht zu rücken, sei einfach ehrlich. Kinder mögen Ehrlichkeit und spüren, wenn du nicht ehrlich bist. Das bringt sie nur durcheinander und ist meist kontraproduktiv. Du brauchst also nicht dauernd Geschichten zu erfinden, um deine Kinder zu motivieren. Die Wahrheit kann manchmal Wunder bewirken.

Viele weitere solche Anregungen findest du in guten Elternratgebern, wie in “Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn.

Gelassen bleiben mit Kindern
Gelassen bleiben als Mama

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

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Ja, ich möchtemehr Energie für meinen Mama-Alltag!

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