Tanja ist eigentlich ganz entspannt. Sie kommt von der Arbeit nach Hause, freut sich auf ihre Familie und den gemeinsamen Abend. Bestimmt gibt es etwas Leckeres zum Abendbrot und danach kann sie noch mit den Kindern spielen. Doch schon als sie die Tür öffnet zieht sich die Haut zwischen ihren Augenbrauen in Falten und sie wird zu der genervten Mutter, die sie gar nicht so gerne sein will. Doch die Kinder haben ihre Jacken wieder einfach so auf den Boden geworfen, dabei hat sie ihnen schon 1000 Mal gesagt, sie sollen sie aufhängen.

Kennst du solche Situationen auch? Eigentlich bist du gut drauf und freust dich auf die Familie, doch eine Kleinigkeit verdirbt dir scheinbar die ganze Stimmung.

Die genervte Mutter

Etwas entnervt geht Tanja ins Wohnzimmer und fährt die Kinder unfreundlicher als geplant an, sie sollen ihre Jacken SOFORT aufhängen. Ups, so laut wollte sie das doch gar nicht sagen, aber die Kinder sind ja auch wieder unmöglich. Auch in diesem Raum herrscht ein Durcheinander und ein angebissener Apfel liegt zwischen dem Lego.

genervte mutter

Nach weiterer Diskussion sind die Jacken endlich aufgehängt und der Apfel auf den Tisch gelegt. Doch nun gibt es neben der genervten Mutter auch noch zwei genervte Kinder.

Papa hat gekocht und serviert den selbst gemachten Nudelauflauf. Alle freuen sich und essen genüsslich. Doch der kleine Elija hebt sein Bein hoch auf den Stuhl. “Sitz anständig!” murrt Tanja. Darauf beginnt Elija seine Nudeln mit der Gabel zu zermatschen statt sie zu essen.

So steigern sich die beiden gegenseitig hoch, bis Tanja explodiert und Elija anschreit. Er beginnt zu weinen, wirft die Gabel in eine Ecke und läuft weg.

Tanja fühlt sich furchtbar. “Warum werde ich auch nur immer so schnell wütend?” fragt sie sich. Sie hat ein schlechtes Gewissen und macht sich selbst Vorwürfe, sie hätte gelassener reagieren müssen. Sie hat jedoch keine Ahnung, wie das möglich ist.

Meist gibt es verschiedene Gründe und Ursachen dafür, dass wir uns genervt fühlen und von dort aus ist es nicht mehr weit bis zur Wut.

Wie behandelst du dich selbst als genervte Mutter?

Kennst du solche Situationen wie beim Abend bei Tanja zuhause? Damit bist du nicht allein. So geht es ganz vielen Müttern.

Aber eigentlich magst du aber gar nicht so sein, du möchtest doch geduldig und gelassen mit deinen Kindern umgehen. Du wärst gern in Verbindung mit ihnen und würdest die Konflikte konstruktiv lösen. Doch das klappt nicht mehr so gut, wenn du schon genervt bist. Du hast dann weniger Geduld, deine Antennen für die Kinder sind nicht mehr ausgefahren und die Verbindung bricht ab. So wird es schwierig den Konflikt zu lösen oder die Situation zu beruhigen.

Lass also die Situation einfach mal so stehen (solange niemand in Gefahr ist oder dein Baby dich braucht, das sind immer Ausnahmen zu solchen Tipps) und lausche in dich hinein. Was sagst du dir in solchen Momenten? Wie gehst du mir dir um?

Vielleicht machst du dir Vorwürfe oder du hast ein schlechtes Gewissen. Es kann auch sein, dass du deinen Kindern die Schuld dafür gibst, dass du nun genervt bist. Denkst du in solchen Momenten, du dürftest nicht genervt sein und siehst es als Schwäche?

Falls du kurz davor bis zu explodieren, dann empfehle ich dir die drei Schritte zum Ruhe bewahren, die ich dir in einem PDF zum Herunterladen zur Verfügung gestellt habe:

Möchtest du auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können?

Diese 3 einfachen Schritte werden dir dabei helfen

Genervt sein ist voll ok

Genervt sein fühlt sich zwar doof an, aber eigentlich ist es voll ok. Denn es hat eine wichtige Funktion. Wir sollen durch das Genervt Sein informiert werden, dass etwas nicht stimmt und uns etwas stört. Also hat genervt zu sein eine wichtige soziale Funktion. Es veranlasst uns dazu, etwas zu unternehmen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass wir uns genervt fühlen, wenn unsere Erwartungen enttäuscht werden. Wir tragen ein Vorstellung in uns, wie die Welt zu sein hat. Ist sie anders, dann nervt uns das. Sind wir über unsere Kinder genervt, heisst das also, dass wir bestimmte Ansprüche an sie haben, welche sie nun nicht erfüllen.

Zum genervt werden braucht es immer zwei. In diesem Fall ich mit meine Vorstellungen und Ansprüchen, sowie das Kind, welches etwas getan hat. Jedoch tun die wenigsten Menschen absichtlich etwas um zu nerven. Auch Kinder nicht. Sie wollen vielleicht eine bestimmte Reaktion bei uns hervorrufen. Aber um das Nerven an sich geht es nie. Machst du deine Kinder für deine Genervtheit verantwortlich, so verspielst du deine Option, um etwas daran zu ändern.

Du kannst nicht verstecken, wenn du genervt bist, deine Kinder spüren es sowieso.

Das heisst aber nicht, dass du nicht genervt sein dürftest. Überhaupt nicht. Es bringt auch nichts, wenn du dein Genervt Sein verstecken möchtest, dein Kind spürt es sowieso.

Wichtig ist, wenn du etwas ändern möchtest, um nicht mehr die genervte Mutter zu sein, dass du nicht versuchst deine Kinder zu ändern. Das ist nie eine gute Idee. Versuche bei dir, deinen Ansprüchen und deren Ursprung genauer hinzuschauen.

Was steht hinter dem Genervt Sein? Versuche herauszufinden, welche Gefühle dahinter stehen, ohne jemandem in Aussen die Schuld zu geben. Vielleicht kommst du auf: “Ich bin müde und habe keine Energie mehr.” Gut zu wissen, denn da lässt sich etwas verändern. Suche dir etwas, was dir sofort Energie gibt und danach kannst du dich der Situation wieder annehmen. Vielleicht magst du kurz rausgehen und tief durchatmen, rumhüpfen oder ganz in Ruhe einen Kaffee trinken. Ich empfehle das so oft, man könnte meinen ich sei ein Kaffeejunkie, dabei trinke ich jetzt gerade Tee.

Das genervte Kind

genervtheit loswerden

Manchmal kann es schwer sein die eigene Reaktion zu beobachten. Da unsere Kinder uns aber oft spiegeln, kann es gut sein, dass dein Kind auch ab und zu genervt ist. Beobachte, was du dann denkst und sagst. Höchstwahrscheinlich sagst du genau dieselben Dinge auch zu dir selbst, bzw. zu deinem inneren Kind.

Was denkst du, wenn dein Kind genervt ist?

“Jetzt hab dich nicht so, war doch gar nicht so schlimm.”, “So verhält man sich nicht, man soll nett sein mit den Mitmenschen.” oder “Jetzt zickt doch nicht so rum, eh!” können diese Sätze lauten. Kommt dir einer davon bekannt vor? Oder wie lautet ein Satz den du zu deinem Kind sagst oder denkst?

Sagst du diesen Satz auch zu dir selbst, wenn du genervt bist?

Die genervte Freundin

wie mit einer guten freundin

Besser statt dir zu sagen: “Jetzt zick doch nicht so rum, eh!” wäre es dich so zu behandeln, wie eine gute Freundin.

Was würdest du ihr sagen, wenn sie dir davon erzählt, wie sie gestern wieder mal genervt war, weil alle was von ihr wollten und ein völliges Chaos herrschte zuhause?

Sag diese Dinge das nächste Mal, wenn du zur genervten Mutter wirst, zu dir selbst oder zu deinem inneren Kind.

Das Gefühl loswerden

Genauso wie bei allen Emotionen, geht dieses unangenehme Gefühl des Genervt Seins von ganz alleine wieder weg. Wenn du dich schon ein bisschen mit diesem Thema Gefühle auseinandergesetzt hast, dann hast du bestimmt schon gehört, dass diese nur 90 Sekunden durch dich hindurchfliessen, wenn du sie lässt, und dann weiterziehen.

Die Schwierigkeit ist, dass viele von uns nicht gelernt haben unsere Gefühle fliessen zu lassen. Wir unterdrücken ganz viele Emotionen und so halten wir sie fest. Mir geht das nicht anders, auch ich habe mir das so angewöhnt und ich arbeite schon länger daran meine Emotionen zuzulassen. Oft gelingt es mir schon wie ganz von alleine, aber nicht immer.

Wie fast alles im Leben ist auch das Fliessen Lassen der Gefühle eine Übungssache. Das hilft dir nicht nur mit dem genervt sein, sondern mit allen Emotionen. Diese Fähigkeit hilft aber nicht nur etwas im Umgang mit deinen Kindern, sondern in jeder Lebenslage. Denn Emotionen gibt es immer. Dazu kannst du deinen Kindern so einen guten Umgang mit Gefühlen vorleben und sie werden dann hoffentlich als Erwachsene viel einfacher haben damit.

Brauchst du Unterstützung, um diesen neuen Umgang mit deinen Emotionen zu üben? Dann melde dich sehr gerne bei mir für ein Coaching goni@kopfentstricker.com. Sonst kann es schon sehr viel helfen, genauer hinzuschauen, deine Erwartungen und deren Herkunft zu hinterfragen und das Genervt Sein durch dich hindurchfliessen lassen für die 90 Sekunden. Danach darf sie sich wieder verabschieden. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

genervte mutter
Gelassen bleiben als Mama

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchtemehr Energie für meinen Mama-Alltag!

Du bist dabei

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