Die Ausdrücke “Trigger” oder “triggern” wurden bis vor wenigen Jahren kaum in der Umgangssprache verwendet. Doch in der Persönlichkeitsentwicklung und nun auch in der Elternschaft werden diese Wörter immer häufiger benutzt. Werden wir getriggert, trifft unser Kind genau den wunden Punkt und hört auch nicht auf, wenn wir es darum bitten. Da fällt uns das Ruhig Bleiben, wenn mein Kind provoziert schwer.

Doch provoziert dein Kind wirklich? Wenn du schon einige Blogs oder Bücher über Elternschaft gelesen hast, dann ist dir sicher der Satz begegnet “deine Kinder sind nicht die Ursache für deine Wut, sondern nur der Auslöser.”

Ok, aber was nun? Auch wenn das so sein mag, das macht mich ja auch nicht ruhiger.

Wer oder was ist denn dann die Ursache?

Oftmals scheint die Situation völlig klar: Dein Kind wirft immer wieder das Essen auf den Boden, obschon du gesagt hast, es solle das nicht tun. Also provoziert es absichtlich. Oder? Du fragst dich wie du ruhig bleiben kannst, wenn dich dein Kind provoziert.

Dein Kind kennt dich so gut wie sonst keiner, es wird immer die Wunde finden, um den Finger reinzulegen. Auch spiegeln unsere unsere Kinder oft, so können wir in ihnen Verhaltensweisen sehen, die wir bei uns versuchen zu unterdrücken.

Unsere Verhaltensweisen, Reaktionen und Emotionen sind meist automatisiert. Wir haben diese während unserer Entwicklung tief in unserem Gehirn, in den sogenannten Basalganglien, abgespeichert. So können Vorgänge ablaufen, ohne dass wir diese ins Bewusstsein bringen müssen.

Wir kennen das zum Beispiel auch vom Autofahren. Dort brauchen wir nicht mehr zu überlegen, wo die Bremse und die Kupplung ist. Meist landen wir sogar am Ziel ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben, was wir tun.

Leider passiert uns das auch bei Konfliktsituationen mit unseren Kindern oft.

Schon sind alle auf 180 und wir wissen gar nicht so genau, was passiert ist.

95% von dem was wir tun läuft automatisch ab. Auch im Umgang mit den Kindern. Das Gehirn möchte gerne alles, was irgendwie möglich ist automatisieren. Es belohnt uns auch dafür mit körpereigenen Opioiden, weil es grundsätzlich energiesparender ist, immer dasselbe zu tun, statt neue Lösungen zu finden. Das macht es schwierig etwas zu verändern, aber nicht etwa unmöglich.

mama-autopilot

Wenn wir uns bewusst machen, woher unsere Reaktionen kommen und damit den Autopiloten ausschalten ist schon der erste Schritt getan. Also beispielsweise indem du diesen Artikel liest.

Das tust du wahrscheinlich, weil dir klar ist, dass du etwas bewirken kannst. Du bist der Situation nicht einfach ausgeliefert, sondern du kannst etwas verändern. Nicht nur, dass du ruhig bleiben kannst, wenn dich dein Kind provoziert, sondern du kannst zusätzlich viel über dich lernen. Dieses neue Wissen kann dir helfen für alle Lebensbereiche zu profitieren.

Dein Kind unterstützt dich dabei selbst zu wachsen

Vielleicht ist es sogar eine der Aufgaben deines Kindes, dich dazu zu bringen, selbst zu wachsen. Indem dich dein Kind provoziert, zeigt es dir Bereiche auf, wo du Verletzungen oder Prägungen aus deiner eigenen Kindheit mit dir trägst. 

mit deinem kind wachsen

Diese unverarbeiteten Verletzungen, Muster und Glaubenssätze, welche wir aus der Kindheit noch mit dabei haben, beeinflussen einen grossen Teil unseres Lebens. Oft sind wir uns dessen nicht bewusst und wir wissen gar nicht, dass diese Dinge überhaupt einen Teil von uns sind.

Siehe es als grossen Gewinn, dass dir dein Kind dabei hilft, diese aufzudecken.

Klar bleibt es unangenehm, wenn dein Kind dich provoziert. Nur der Gedanke, dass dir dies etwas aufdeckt und dir die Möglichkeit gibt zu wachsen, macht das blöde Gefühl noch nicht weg und dabei ruhig zu bleiben hilft es auch nur bedingt.

Vielleicht hilft dir dafür mein 3-Schritte-Plan, um ruhig zu bleiben:

Möchtest du auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können?

Diese 3 einfachen Schritte werden dir dabei helfen

Ich wurde kürzlich gefragt, ob es eine Art “Fahrplan” gibt, um aus einem Muster rauszukommen, welches sich in der Kindheit gebildet hat und im Umgang mit den Kindern hervortritt. Es gibt dazu verschiedenste Techniken, doch möchten wir Mamas ja gerne etwas einfach Erlern- und Umsetzbares. Viel Zeit für lange Rituale, Übungen oder Gespräche mit dem inneren Kind haben wir nicht.

Aber auch ohne viel Zeit finde ich die Arbeit mit dem inneren Kind sehr hilfreich. Gerade, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es einfach umsetzbar ist.

Die Trigger des inneren Kindes

Das innere Kind verkörpert die Glaubenssätze, Prägungen und Muster aus unserer Kindheit. Oft sind uns diese gar nicht bewusst, sondern laufen im Unterbewusstsein ab. Diese Dinge kommen sehr gerne im Umgang mit unseren eigenen Kindern zum Vorschein. Du erkennst sie, wenn du viel schneller wütend oder genervt bist durch etwas, was eigentlich keine grosse Sache sein müsste. Also durch dein Kind getriggert wirst.

Wenn du dich fragst: “Wie kann ich ruhig bleiben, wenn mein Kind provoziert?” hat höchstwahrscheinlich ein solcher Trigger zugeschlagen. Werden diese getroffen, dann wirst du viel schneller genervt, wütend und reagierst vielleicht auch nicht so, wie du gerne würdest.

Um diese Reaktionen und Trigger besser zu verstehen und aufzulösen können wir mit unserem inneren Kind direkt reden. Das fällt vielen viel leichter, als gegen anonyme Glaubenssätze anzukämpfen.

Ein Glaubenssatz kann beispielsweise lauten: “Ich bin nur ok, wenn ich fleissig bin.” Nun kann ich diesem Satz direkt etwas entgegenstellen wie “ich bin ok, so wie ich bin.” Gelingt dir das – wunderbar!

So einfach klappt es jedoch oft nicht, darum kann ein Umweg über das innere Kind einfacher sein. Ich kann meinem inneren Kind sagen, dass es ok ist, so wie es ist. In Gedanken kann ich es in den Arm nehmen und trösten. Ich kann ihm erklären, dass wir das nur geglaubt haben, weil die Eltern immer so fleissig waren. Doch das bedeutet nicht, dass dies etwas mit uns zu tun haben muss. 

Es ist leichter dem inneren Kind gegenüber wohlwollend und verständnisvoll zu sein, als dem Erwachsenen-Ich. Auch können wir die Abläufe im Gehirn viel einfacher verändern, wenn Emotionen involviert sind und das ist meist der Fall, wenn wir mit dem inneren Kind arbeiten. 

Wie kann ich ruhig bleiben, wenn mein Kind provoziert?

Als erster Schritt hilft der Gedanke, dass dein Kind sich nicht so verhält, um dich zu ärgern, sondern um etwas für sich zu erreichen.

Vielleicht hilft es auch die drei Schritte zum ruhig bleiben durchzugehen:

Mama nicht die Nerven - zum im Text einfügen

Dein Kind hat dich getriggert, weil du eine Verletzung, ein Muster, eine Prägung oder einen Glaubenssatz mit dir herumträgst, die nun zum Vorschein gekommen sind. Was könnte das sein? Wenn dein Kind Essen auf den Boden wirft und du dich provoziert fühlst, könnte es sein, dass du als Kind bestraft wurdest, wenn dir Essen heruntergefallen ist. Es kann aber auch sein, dass du den Glaubenssatz mit dir trägst: “Mit Essen spielt man nicht.”

Spürst du in dich hinein, kannst du vielleicht schon erkennen, wo der Trigger liegt. Falls nicht, frage dein inneres Kind direkt. Frage in Gedanken “Inneres Kind: Warum darf man kein Essen auf den Boden werfen? Wer sagt das?” Lausche, ob du eine Antwort hörst oder fühlst.

Warum darf man das nicht tun? Wer sagt das?

Diese Übung mag abstrakt wirken und vielleicht fällt es anfangs noch etwas schwer mit dem inneren Kind zu sprechen. Doch je öfter du es versuchst, desto einfacher wird es. Probier es doch einfach mal aus, was hast du denn zu verlieren?

Oft bringt es schon viel, wenn du erkennst, was hinter dem Trigger steht. Im nächsten Schritt kannst du deinem inneren Kind erklären, warum du diesen Glaubenssatz gar nicht mehr brauchst.

ruhig bleiben mit kind

Mit diesen Schritten kannst du schon sehr viel ruhiger blieben, wenn dein Kind provoziert oder du siehst es vielleicht gar nicht mehr als Provokation. Die Arbeit mit dem inneren Kind kann noch sehr viel tiefer gehen und vieles, was dir im Wege steht auflösen. Gerne stehe ich dir dabei zur Seite. Melde dich doch unverbindlich bei mir und wir besprechen, wie ich dir helfen kann.

Aber übertreibe es bitte nicht, es ist voll ok, wenn du wütend, traurig oder genervt bist durch ein Verhalten deines Kindes. Das sind alles berechtigte Gefühle und du musst nicht alles auflösen. Das wird auch nie gelingen. Diese Übungen sollen dir deinen Alltag erleichtern. Wenn du magst, probiere es aus, bleibe dabei locker und sei offen dafür, was dabei herauskommt. Sei geduldig und wohlwollend mit dir selbst.

wie bleibe ich ruhig, wenn mein kind mich provoziert?
Gelassen bleiben als Mama

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchtemehr Energie für meinen Mama-Alltag!

Du bist dabei

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