“Mama, Strasse.” Und los läuft das bald zweijährige Kind vom Spielplatz in Richtung Strasse. Die Mutter eilt hinterher und erwischt das Mädchen kurz bevor es die Strasse erreicht. Was für ein Stress als Mutter!

Und nun? Was kann die Mutter tun, damit dies nicht wieder passiert? Sollte sie näher beim Kind sein, damit es nicht weglaufen kann oder es sogar freier spielen lassen? Bringt eine Strafe etwas oder wäre es besser herauszufinden, was dahinter steht und darauf einzugehen?

Ich könnte dir erzählen, was ich persönlich tun würde. Mache ich aber nicht.

Mama nicht die Nerven - zum im Text einfügen

Denn jede Mutter und jedes Kind sind unterschiedlich. Sie haben andere Hintergründe als ich, ein anderes Wissen und andere Erfahrungen gemacht. Ich habe schlicht gesagt absolut gar keine Ahnung, was für sie funktioniert oder eben nicht.

Trotzdem meinen viele Mütter oder auch andere Personen, sie wüssten es besser.

“Die perfekte Mutter gibt es durchaus, sie hat nur keine Kinder.”

Leider lassen sich viele Mamas sehr stark durch das Aussen beeinflussen. Ich spreche auch genau darum hauptsächlich Mütter an und biete Coaching für Mamas. Meiner Erfahrung nach gelingt es Papas öfter zu ihren persönlichen Idealen zu stehen.

Was es dir bringt weniger Stress als Mutter zu haben

Die Situation aus dem obigen Beispiel ist an sich schon stressig genug. Leider lassen sich dann Mamas sehr oft zusätzlich durch das Gefühl stressen, dass sie vielleicht etwas hätten besser machen können oder auch durch die Kommentare und Blicke der Umgebung. Das führt zu noch viel mehr Stress.

Kinder zu begleiten ist an sich schon eine grosse Herausforderung. Zusätzlich sind wir Mamas auch Partnerin, Haushälterin, Angestellte, Selbständige, Freundin und wir hätten eigentlich auch eigene Bedürfnisse.

Also brauchen wir zu diesem ganzen Kuchen an Berufen, die wir ausüben keinen zusätzlichen Stress als Mutter. Wir haben aber Glück, denn es ist möglich diesen zusätzlichen Stress loszuwerden und mehr Gelassenheit in den Alltag zu bringen. Doch bedarf es dazu etwas Aufwand. Dieser lohnt sich auf jeden Fall aus folgenden Gründen:

  • Stress bewirkt, dass du weniger Nerven hast, um die Emotionen deiner Kinder auszuhalten und sie in dieser wichtigen Entwicklung zu begleiten
  • Stress macht dich weniger feinfühlig für die kindlichen Signale oder lässt dich die Signale eher falsch interpretieren
  • Unter Stress reagierst du anders, als du es eigentlich gerne möchtest
  • Ein konstant hohes Stresslevel kann zu körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit (als hätten wir davon nicht schon genug), Verdauungsstörungen und vielem mehr führen
  • Stress kann zu Erschöpfung (auch davon haben wir sonst schon genug), Lustlosigkeit, Gereiztheit und vielen anderen psychischen Reaktionen führen.

Stress ist nicht einfach nur ein unangenehmes Gefühl, sondern eine körperliche Reaktion, die auf ganz viele Situationen und auf dein Wohlbefinden einen Einfluss hat. Darum kann dir eine anfängliche Investition von einem bisschen deiner kostbaren Zeit ein riesen Gewinn für dich, deine Familie und dein ganzes Umfeld sein.

Schaffst du es, die folgenden 3 Stressfaktoren zu vermeiden, wirst du einen entspannteren Alltag mit deinen Kindern erleben können.

1. Die perfekte Mutter sein wollen

Verabschiede dich von der Idee, alles perfekt oder auch immer nur gut machen zu wollen. Ok genügt meist völlig.

Möchtest du alles möglichst gut machen und immer eine tolle Mama sein, dann wird dein innerer Kritiker sehr oft etwas zu nörgeln haben. Er findet die Wäsche müsse sofort erledigt werden und sich nicht zu einem Haufen ansammeln, bis keine frischen Kleider mehr im Schrank sind. Er sagt vielleicht auch Dinge wie, du müsstest immer frisch kochen und neue Rezepte ausprobieren, damit dein Kind mehr als nur Nudeln isst. Beim Blick in den Spiegel mäkelt er, da gäbe es noch einige Kilos aus der Schwangerschaft auf der Hüfte.

Wie gut kennst du diesen inneren Kritiker? Vielleicht wäre es an der Zeit ihm einen inneren Buddha gegenüber zu stellen. Dieser kann ihm entgegnen, dass es keine Rolle spielt, ob sich die Wäsche noch ein paar Tage länger stapelt und es wichtiger für dich ist, deinen Kaffee in Ruhe zu geniessen.

Mit wessen Stimme spricht dein innerer Kritiker zu dir?

die innere Stimme

Unsere inneren Kritiker kommen in den unterschiedlichsten Gewändern. Vielleicht als die Supermama, die du irgendwie ja doch irgendwie sein möchtest, aber dich die Vorstellung davon nur müde macht. Oder als deine Mutter, die sagt, sie hätte das also besser hinbekommen damals. Bei dir kann sie auch eine ganz andere Form annehmen.

Gesund für dich ist keiner davon, doch böse sind sie auch nicht. Im Grunde möchten alle inneren Stimmen etwas Gutes für dich bewirken. Die Absicht kann jedoch gegensätzlich sein zu dem, was du eigentlich möchtest. Die innere Stimme deiner Grossmutter möchte dir damit vielleicht ein gutes gesellschaftliches Ansehen ermöglichen. Das in der heutigen Gesellschaft ganz andere Qualitäten wichtig sind, hat sie dabei nicht berücksichtigt.

Was sagt wohl die Stimme, wenn das Kind aus dem Beispiel zur Strasse läuft? Kritisiert sie die Mama, weil sie scheinbar etwas falsch gemacht hast und das die Ursache dafür ist? Oder sagt sie ihr, dass sie toll reagiert hat und ihr Kind vor der Strasse erwischen konnte?

Höre die nächsten Tage etwas genauer hin, wer da in deinem Kopf seine Stimme erhebt, wenn du nicht perfekt bist. Zu erkennen, woher die Stimme kommt entkräftet sie oft schon sehr stark. Stelle ihr dann eine entspanntere Stimme entgegen.

Möchtest du auch in stressigen Situationen Ruhe bewahren können?

Diese 3 einfachen Schritte werden dir dabei helfen

2. Deine Bedürfnisse vernachlässigen wegen dem Stress als Mutter

Was ist dir wichtig? Kennst du deine Werte (ist dir nicht klar, was damit gemeint ist, findest du hier eine Liste der menschlichen Werte) und lebst diese in deinem Alltag aus?

Als Mama mit kleinen Kindern ist es kaum möglich, dies in grösserem Rahmen zu machen. Wir haben schlicht keine Zeit, um eine Stunde lang der Morgenroutine nachzugehen und alleine einen ausgiebigen Spaziergang zu machen. Doch es ist möglich diese Bedürfnisse in kleinen Happen in den Alltag einzubauen.

Möglicherweise geht es dir sogar wie mir und ein wichtiger Wert ist Familie, dann kann es schon genügen diese mehr zu schätzen. Ganz besonders an den anspruchsvollen Tagen.

Deine Bedürfnisse zu vernachlässigen ist ungesund. Das ist dir eigentlich auch klar.

Schaffst du es nicht, deine Bedürfnisse auch nur ansatzweise zu befriedigen, mag dies eine Weile funktionieren. Doch auf Dauer ist das ungesund. Das ist dir auch klar. Trotzdem machst du es oft nicht, denn jetzt braucht dich dein Kind oder dein Partner oder der Abwasch.

Lass die alle ruhig einmal warten (ganz kleine Kinder ausgenommen) und setze deine Bedürfnisse weit oben auf die Prioritätenliste. Denn geht es dir nicht gut, kannst du auch nicht so gut für deine Kinder da sein.

perfekte mutter sein

Grössere Kinder dürfen ruhig mal einen Moment warten. Sag, dass du jetzt gerade noch deinen Kaffee in Ruhe trinken möchtest, aber danach den Sandkasten öffnen kommst. Damit riskierst du, dass dein Kind beginnt sich zu beschweren. Auch das ist ok. Du musst seine Reaktion aushalten, aber du musst nichts dagegen unternehmen. 

Dein Partner und dein sonstiges Umfeld können sehr wohl damit umgehen, wenn du gerade Zeit für dich brauchst. Sie sind schon gross und kommen auch alleine klar. Ganz besonders der Abwasch kann warten. Ihm gegenüber brauchst du bestimmt kein schlechtes Gewissen zu haben. Auch dem Wäscheberg gegenüber nicht oder dem Broccoli im Kühlschrank.

3. Den anderen glauben

Glaube niemandem alles! Als Eltern hat man nicht zu allem eine Lösung. Und für jeder Herausforderung gibt es viele verschiedene Lösungen. Es gibt allerlei verschiedene Erziehungsstile oder auch gar keine Erziehung. Jeder gibt andere Tipps, sogar wenn die Erziehung in eine ähnliche Richtung geht.

Dann gibt es die Wissenschaft. Doch nicht jeder Arzt oder Wissenschaftler erzählt die neuesten Erkenntnisse und nicht alle neuesten Erkenntnisse sind für alle umsetzbar.

Ich bin grosse Verfechterin vom kritischen Denken, ich hinterfrage viel und lese gerne. Dabei sind mir Autoren von Erziehungsratgebern immer dann besonders sympathisch, wenn sie sagen, man solle ihnen nicht alles einfach so glauben. Experten, die meinen für alles eine Lösung zu wissen sind mir suspekt. Ganz besonders, wenn es um den Umgang mit Kindern geht.

Darum glaube ich, es ist unglaublich wichtig, dass wir unterschiedliche Informationen einholen und auch hinterfragen. Gerade über Erziehungsfragen geistern leider auch immernoch extrem überholte Tipps von vor 100 Jahren herum. Diese werden von Generation zu Generation weitergereicht und im Internet, sowie in Erziehungsratgebern wiederholt.

“Wir haben unsere Kinder auch gross bekommen.”

“Wir haben unsere Kinder auch so gross bekommen” klingt es von der älteren Generation. Das stimmt, gross geworden sind sie. Doch warum sind Bücher wie “Das Kind in dir muss Heimat finden”, welche hilft alte Wunden zu heilen und Glaubenssätze zu überwinden, solche Bestseller?

Die Herausforderung hierbei ist es, dass es aufwändig scheinen mag Information von verschiedenen Kanälen zu vergleichen und sich ein eigenes Bild zu machen. Doch das ist nur auf den ersten Blick so. Denn einen Weg zu finden, der deinem Kind gegenüber wohlwollend ist und auch für dich funktioniert ist Gold wert. Es mag aufwändiger sein, als dem erstbesten Tipp zu folgen. Doch am Ende bist du und dein Kind glücklicher – das ist unbezahlbar und du hast weniger Stress als Mutter.

vermeide diese 3 stressfaktoren als mama

Mich beschäftigen auch Fragen wie

Warum können sich solche Erziehungstipps immer noch halten, auch wenn sie längst widerlegt sind? Warum sind Mamas so unsicher, dass sie sich von jeder Kritik an ihrem Erziehungsstil gleich aus der Bahn werfen lassen? Auch wenn ich total überzeugt bin vom Familienbett, vom nach Bedürfnis stillen und der bindungsorientierten Erziehung, geht es mir doch jedes Mal nah, wenn jemand so etwas sagt wie: “Den kriegst du dann nie mehr aus deinem Bett.” Nicht weil ich das glaube, sondern weil ich die Person vom Gegenteil überzeugen möchte, aber auch weiss, dass das kaum möglich ist.

Wie geht es dir damit? Magst du mit mir darüber diskutieren?

Gelassen bleiben als Mama

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchte mit meinen Kindern auch in stressigen Situationen ruhiger bleiben.

Du bist dabei

Ja, ich möchtemehr Energie für meinen Mama-Alltag!

Du bist dabei

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